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Regionalflughafen Hahn: Wer ist hier kompetent?

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CDU zerpflückt Sanierungsplan“ titelte die hiesige Lokalzeitung vor kurzem. Als Akteur erschien dort – der kritische Leser mag es kaum glauben – der „Wirtschaftspolitiker“ Licht. Denn es war nun einmal der Fördervereinsvorsitzende des Handballvereins HSG Irmenach-Kleinich-Horbruch, Alexander Licht, der keine Skrupel hatte, sich vom Flughafen Hahn mit einem hohen Sponsoring von insgesamt über 500.000 € den Aufstieg seiner HSG-Mannschaft finanzieren zu lassen. Gerne war Licht, der auch stellvertretender Vorsitzender der CDU Rheinland-Pfalz ist, in Mainz als Kritiker des Entwicklungskonzeptes für den Flughafen aufgetreten. Er kannte also die Schwierigkeiten, mit denen das ehemalige Konversionsprojekt zu kämpfen hatte. Aber droben im Hunsrück fand er es völlig normal, Hunderttausende von Euro aus staatlichen Zuschüssen für seine Träume vom HSG-Aufstieg abzustauben. Die HSG stieg 2012 ab – ausgeträumt.

Der Flughafen Hahn ist übrigens der zehntgrößte Passagierflughafen und der viertgrößte Frachtflughafen Deutschlands. Am Flugplatz sind etwa 3.000 Arbeitsplätze entstanden. Die Steuereinnahmen liegen bei ca 95 Mio. Euro jährlich. Das Ergebnis der langjährigen und beharrlichen politischen Anstrengungen zum Aufbau dieses Flughafens kann sich also durchaus sehen lassen.

Die Landes-CDU-Chefin von Licht, die Vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, lässt wie Licht keine Gelegenheit aus, die Hahn-Politik der Landesregierung zu tadeln. Da muss doch, denkt sich der Bürger, viel Kompetenz dahinter stehen. Wirklich?

Einen großen Traum von einem Regionalflughafen träumte man jahrelang in der Eifelstadt Bitburg. Aufsichtsratsvorsitzender war mit Michael Billen ein bekanntes CDU-Mitglied. Billen ist Landtagsabgeordneter und ausgewiesener Landwirtschaftsmeister. Die großen Bitburger Hoffnungen haben sich inzwischen zerschlagen: Die Gesellschafter Stadt Bitburg und Eifelkreis Bitburg ziehen sich aus dem Projekt zurück, denn man will die enormen finanziellen Belastungen nicht mehr verantworten.

Auch in Kassel-Calden (Hessen) träumten Politiker den großen Traum eines Regionalflughafens. Roland Koch, 1999 frisch gebackener Ministerpräsident des Landes, versprach, den Traum zu realisieren. 14 Jahre benötigten die Fachleute für Planung und Bau, alles unter der durchgehenden Ägide von CDU-Landesregierungen. Die Eröffnung 2013 stand dann unter einem schlechten Stern. Es fehlten die Passagiere, es fehlten die Flüge, kurzum, es war nichts los auf dem Flugfeld. Das Wort vom Geisterflughafen machte schon die Runde. Die FAZ online konstatierte: „Ein Flughafen, den keiner braucht“ (04.04.13).

Ja auf welche Kompetenz berufen sich all die lamentierenden CDU-Leut‘ eigentlich?

 

Author: Wilfried Wickenbrock