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SPD-Stadtbezirksgruppe Oberstein überprüfte Barrierefreiheit in Oberstein mit Einsatz einer Rollstuhlfahrerin

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Die SPD-Stadtbezirksgruppe Oberstein führte vom Bahnhofsvorplatz über Obersteiner Fußgängerzone bis zum Bengel-Museum hin eine Begehung in Hinblick auf Barrierefreiheit durch. Aus dem Blickwinkel einer Rollstuhlfahrerin wollte man vor Umsetzung der Landesfördermaßnahme „Aktive Stadt“ ggfs. zu berücksichtigende Aspekte aufzeigen. Die SPD’ler (Jupp Mähringer, Hans-Walter Schmidt, Manuela und Thorsten Hosser) konnten für ihre Aktion Oliver Schardt (kreuznacher diakonie) gewinnen, der mit Kollegin Julia Wittmann und Wilma Landes vom Bewohnerrat der Heilpädagogischen Einrichtungen kreuznacher diakonie (Asbacher Hütte/Rhaunen), antrat. Im Mittelpunkt stand jedoch die Rollstuhlfahrerin: Helga Leonhard (Asbacher Hütte/Rhaunen) ist seit 20 Jahren gelähmt und kann sich seither nur im Rollstuhl fortbewegen. Sie wurde von Schardt dann durch die Stadt geschoben.

Bereits unmittelbar nach dem Start das erste Hindernis: Die Bürgersteige Bahnhofsvorplatz und am gegenüberliegenden Nahe-Haus sind nicht abgesenkt. Eine Auffahrhilfe für Fahrzeuge zum Nahe-Haus/Fußgängerzone ist nicht nutzbar. Vor der Fußgängerbrücke zum Platz „Auf der Idar“ weist ein Hinweisschild zum Rollstuhl-WC im Zugangsbereich des Nahehaus-Parkhauses. Die Zugangstür kann ohne Hilfe einer Begleitperson nicht geöffnet werden. Die vorhandene Behindertentoilette kann schließlich nicht genutzt werden, da die automatische Türöffnung (mit Spezialschlüsseln für Behinderte) nicht funktioniert, wie der zufällig anwesende Parkhaushauswächter erläuterte. Hier muss er zur Nutzung per Handy herbeigerufen werden, eine Rufnummer war vor Ort aber nicht vorhanden. Das zweite Rollstuhl-WC im Parkhaus am Stadttheater war durch Frau Leonhard selbst ebenfalls nicht zu öffnen. Aufgrund einer Eisenkettenabspannung zwischen Fahrbahn und Behindertenparkplätze war es ihr nicht möglich, bis zur Toilettentür derart vorzufahren, um diese öffnen zu können. Schardt schlug an dieser Stelle die Installation eines ausreichend entfernten Polders mit automatischem Öffnungssystem vor.

Am Platz „Auf der Idar“ fiel die Seitenauffahrt der Bühne für Rollstuhlfahrer positiv auf. Der Weg entlang der Fußgängerzone erwies sich für die Rollstuhlfahrerin als problemlos. Der Aufzug Rampengebäude ist für sie zugänglich und der behindertengerechte Zugang Tourist-Info ist gut. Ab Höhe Deutsches Mineralienmuseum wurde der Weg Richtung Wilhelmsquartier auf der Unteren Hauptstraße fortgesetzt. Auf der Fußgängerbrücke „Festhallenknotenpunkt“ vermisst die Rollstuhlfahrerin das Hinweisschild, das speziell sie Richtung Stadttheater/Bengel-Museum leitet. Am Stadttheater schließlich ist der Zebrastreifen vom Parkhaus her nicht nutzbar, da er an Treppenstufen endet. Am Endpunkt angelangt, regte Schardt zudem noch ein Leitsystem für Sehbehinderte im gesamten Stadtbereich an.

Mähringer dankte abschließend den Teilnehmern und garantierte eine Vorlage der aufschlussreichen Erkenntnisse an die Stadtverwaltung.