Das Foto zeigt von links nach rechts:
Norbert Neuser, Dr. Joe Weingarten, Bürgermeister Friedrich Marx, Jupp Mähringer
Zur ersten Mitgliederversammlung in 2017 des SPD-Stadtverbandes Idar-Oberstein begrüßte Vorsitzender Jupp Mähringer 43 Mitglieder in der Stadenhalle, Tiefenstein. Diesmal standen zwei Redner im Mittelpunkt der Veranstaltung.
SPD-Europaabgeordneter Norbert Neuser ist kein Unbekannter in Idar-Oberstein. Vor genau vier Jahren besuchte er erstmalig den SPD-Stadtverband, der ihn danach während des Europawahlkampfes an einem Infostand in der Obersteiner Fußgängerzone der Öffentlichkeit präsentierte. Der 68-jährige ehemalige Schulleiter aus Boppard schritt sofort thematisch zur Sache, so etwa mit einigen Anekdoten über den SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz aus den gemeinsamen Jahren im Europa-Parlament. Weitere aktuelle Themen innerhalb der EU behandelte er gewohnt konsequent: Brexit, Juncker, Trump, sowie bevorstehende Wahlen in Saarland, Niederlande, Frankreich, Nordrhein-Westfalen und Bundestag. Ausführlich berichtete Neuser aus seinem bevorzugten Sachgebiet: als Mitglied des Entwicklungsausschusses besuchte er zuletzt den Tschad und Burkina Faso. Zum Schluss wies er auf die so genannten Römischen Verträge hin, mit denen vor 60 Jahren die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft begründet wurde: „An ihren Weiterbestand müssen wir festhalten, dann geht es auch der BRD weiterhin gut!“
Dr. Joe Weingarten ist der Staden noch in guter Erinnerung, hatte er doch im Jahre 1974 die AWO-Stadtranderholung als Weierbacher Kind besucht. Seit der letzten Mitgliederversammlung im November 2016, in der er sich als Bundestagskandidat den Idar-Obersteiner SPD’lern erstmalig vorstellte, ist allerhand Positives geschehen: Wesentlich erhöhte Zustimmung für die SPD dank Martin Schulz erzeugt auch für alle SPD-Bundestags-Kandidaten deutlich bessere Chancen. Doch ein guter Listenplatz reicht Weingarten nicht aus, da er das direkte Mandat unbedingt anstrebt. Mit Volldampf legte er los und überzeugte die Versammlung mit klaren Aussagen. Er ist anerkannter Wirtschaftsexperte und kann seine Erfahrung sehr gut in Vorschläge einbringen, wie es in Deutschland weitergehen soll. Er spricht sich in Beispielen für soziale Gerechtigkeit aus. So ist es ein Fehler, wenn jemand 30 Jahre gearbeitet hat, unverschuldet arbeitslos wird und vor dem Ruin steht. Auch die Versteuerung muss überdacht werden: Ingenieure beispielsweise, die mit 50 % besteuert werden, erwarten Antworten genauso wie Unternehmen. Renten müssen auf sichere, belastbare Füße gestellt werden. Die Finanzierung der Renten muss letztlich auch mit Staatsgeldern finanziert werden. Seiner Ansicht nach gibt es im Unterschied zum Wahljahr 2013 jetzt kein Aber mehr zur SPD, da Schulz ein ausgezeichneter Kanzlerkandidat ist. Weingarten möchte weiterhin einen sachlichen Wahlkampf führen mit Bundes- und lokalen Themen. So identifiziert er den Nationalpark auch als ein Wirtschaftsthema, da hier noch viele Arbeitsplätze zu schaffen sind. Er freut sich auf weitere Auftritte sowie Diskussionsveranstaltungen mit Bundestagskandidaten der anderen Parteien. Zum Abschluss überreichte Norbert Neuser ihm eine Europa-Tasse, die ihm während des Wahlkampfes begleiten und Glück bringen soll.
Text von Jupp Mähringer, Bild von Thosten Hosser
