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SPD-Stadtbezirksgruppe Oberstein begutachtet Dach des Obersteiner Schlosses

Aktuell

Zu einem Informationsbesuch fanden sich Mitglieder der SPD-Stadtbezirksgruppe Oberstein (Hans Walter Schmidt, Karin und Jupp Mähringer, Arno Bohrer, Ilonka Hagner, Tamara Knapp , Manuela und Thorsten Hosser) und der Jusos (Raphael Spreier und Jan Wayand) am Obersteiner Schloss ein. Empfangen wurden sie von Vorstandsmitgliedern des Burgenvereins sowie der Archäologin Dr. Regina Geiss-Dreier.
Bereits mit seinen einleitenden Worten untermauerte Vereinsvorsitzender Ralph Effgen die dringende Notwendigkeit zur Sanierung des Schlossdaches. Er führte aus, dass die im Jahre 1993 entworfenen Pläne des Staatsbauamtes Bad Kreuznach mit Aufbau eines Steildaches von der Denkmalpflege zurückgewiesen würden, baufachlich ablehnend beurteilt würden und nach Kosten betrachtet nicht durchführbar wären. Insofern verwarfen die Stadt als Eigentümer, der Burgenverein als Pächter, die Denkmalpflege und die Schmeyer-Stiftung diese Entwürfe. Der 2.Vorsitzende Michael Dietz erläuterte die in 2007 einsetzenden Intensionen des neuen Vorstandes zu einem Gesamtkonzept in Hinblick auf  bauliche Maßnahmen und wirtschaftliche Nutzung. Im Jahre 2011 legte man Pläne der Architekten Bill im Rahmen realistischer Kosten der Denkmalpflege vor.
Es folgte eine Begehung sämtlicher Räumlichkeiten mit intensiven Erläuterungen der Verantwortlichen des Burgenvereins. So soll die Terrasse neben der Gastronomie ein Glasdach erhalten, um die Beregnung dieses Bereiches zukünftig zu verhindern und die freie Sicht auf Umgebung und Schloss zu erhalten. Kritisch merkte Stadtratsmitglied Hans Walter Schmidt an, dass ein Glasdach nicht dem Stiftungszweck entsprechen würde. Dietz entgegnete hierzu mit der Zustimmung der Schmeyer-Stiftung, die keine finanziellen Mittel mehr in weitere Flickarbeiten finanzieren will. SPD-Mann Thorsten Hosser fügte hinzu, dass in der Idar-Obersteiner Bevölkerung wohl irrtümlicherweise der allgemeine Eindruck einer Sanierung mit kompletter Glasbedachung besteht. Dies wurde jedoch schnell widerlegt, indem man zunächst das bestehende, unzureichende (begrünte) Flachdach über dem Trauzimmer inspizierte. Regenwasser dringt in das Mauerwerk und verursacht Schäden in den darunter befindlichen Räumen (Trauzimmer, Wappensaal und Erkerraum). Hier soll ein breiteres Flachdach (nicht aus Glas!) angelegt werden, dass sich dann von der überbauten Terrasse hinter dem Trauzimmer bis zum neuen Raum oberhalb des  Büfettraums (werden als neue Räume auf Niveau des Trauzimmers mit angepasstem Schlossgestein hochgemauert) erstreckt. Die Vertreter des Burgenvereins erachten diese Konstruktion für die derzeit sinnvollste. Sollten in Zukunft finanzielle Mittel zur Herstellung eines Satteldaches vorhanden sein, kann man auf die geplante Dachkonstruktionen mühelos aufbauen.

Erst nach der Sanierung des Daches wären weitere Maßnahmen im Schlossinneren umsetzbar. Konkrete Vorschläge hierzu unterbreitete Dr. Geiss-Dreier, die Konzepte zur musealen Gestaltung und touristischen Erschließung erarbeitet hat. Ausführlich berichtete sie über vielfältigste Möglichkeiten einer historischen Ausstellung mit Präsentation der zahlreichen Funde, die nach aktuellen Erkenntnissen die Besucherattraktivität für die einheimische Bevölkerung und Touristen steigern würden. Mit Interesse verfolgten die SPD?ler auch ihre Ausführungen zu den Ausgrabungen im Schlosshof, die unter der Betonabdeckung geschützt sind.
 
Der Vorsitzende der SPD-Stadtbezirksgruppe Oberstein, Jupp Mähringer, dankte nach zweieinhalb Stunden dem Vorstand des Burgenvereins und der Archäologin für diese Informationsrunde. Effgen rief dabei alle Bürger unserer Stadt zum Besuch des Schlosses auf. Hier besteht nicht nur für Gruppen nach Absprache die Möglichkeit zur Information vor Ort, sondern jedermann kann immer sonntags zwischen 10 und 17 Uhr das Schloss besuchen und kritische Fragen stellen. Nur so kann das Thema, trotz vieler vorhandener Emotionen, sachlich diskutiert werden, was sich Effgen ganz besonders wünscht.