Mitglieder der SPD-Stadtbezirksgruppe Oberstein besuchten das Bildungszentrum des Internationalen Bundes (IB).
SPD-Stadtbezirksgruppe Oberstein besucht IB-Bildungszentrum
Aktuell
Programmgeschäftsführer Günter Rusch informierte im Rahmen eines 90-minütigen Vortrag über Organisation, Ziele und Arbeitsbereiche des Dienstleisters.
Als freier Träger konzentriert sich der Sozialdienst auf zwei Schwerpunkte: Zum Einen berufliche Bildung im Auftrag der Agentur für Arbeit und der ARGE für benachteiligte und behinderte Jugendliche, sowie berufsorientierende Maßnahmen im Übergang zwischen Schule und Beruf.
Zum Zweiten wird Jugendhilfe geleistet, indem man sich um sozial Vernachlässigte Jugendliche und Familien im Auftrag des Jugendamtes kümmert. Dies geschieht erfolgreich durch das Bilden von Netzwerken mit anderen Sozialverbänden. Die Vielzahl der Engagements und die Aufgabenbereiche sind in einer Homepage des IB zusammengestellt. Rusch stellte schließlich die aktuelle Entwicklung in Idar-Oberstein in den Mittelpunkt seiner Ausführungen.
1. So hat der IB bereits zum zweiten Male die Ausschreibung „Soziale Stadt“(Barbararing) gewonnen, wo der Sozialpädagoge Karsten Hahn mit seinem Team allseits gelobte Ergebnisse herbeiführt.
2. Seit einem halben Jahr existiert ein Integrationsfachdienst für Schwerbehinderte, geschult für Beratung und verwaltungsmäßige Betreuung.
3. Der Jugendmigrationsdienst begleitet auf dem Weg des Erwachsenenwerdens und hilft bei Problemen der Integration. In diesem Zusammenhang finden seit 10 Jahren ständig drei parallele Sprachkurse mit je 20 Teilnehmern statt, die pro Kurs ein halbes Jahr lang in 630 Stunden unterrichtet werden (Grund-/Aufbaukurs und Staatskunde).
4. Nach politischem Willen wird der Übergang Schule/Beruf von so genannten Berufseinstiegsbegleitern mit Hilfestellung und Lenkung für Abgangsjugendliche ohne Vorbilder unterstützt.
5. Es besteht eine Kooperation mit der St. Elisabeth Stiftung mit der Besonderheit der Internatsunterbringung. Hier ist der Aufwand ziemlich hoch bei einer 24-stündigen Aufsicht. Für die betroffenen Jugendlichen gibt es ein Ausbildungsangebot von zehn Gewerken. Rusch erkennt hier einen erhöhten Bedarf um der sozialen Verwahrlosung Jugendlicher zu begegnen. Die Ganztagsschule bezeichnet er als eine geeignete Antwort darauf.
6. Erzieherische Hilfen im Auftrag der Stadt Idar-Oberstein und des Landkreises umfassen die Bandbreite der sozialpädagogischen Familienhilfe, wozu Schulbegleitung von Autisten, Schulassistenz gemäß dem Jugendhilfegesetz, betreutes Wohnen und Antiaggressionstraining zählen.
7. Im Rahmen des Aufgabenbereiches der beruflichen Bildung wird das Fach Hauswirtschaft gelehrt, sowohl in der Küche der Peter-Caesar-Schule (Catering ebenso für andere Schulen) als auch im Bistro (Gebäude des Offenen Kanals). Im Auftrag der ARGE und nach Absprachen mit den Kommunen werden Ein-Euro-Jobs vermittelt unter gemeinnützigem Aspekt und im öffentlichen Interesse, ohne Konkurrenz zu anderen Betrieben.
Seit einem Jahr wird der ehemalige Diso-Markt in der Vollmersbachstrasse mit viel Erfolg vom IB geführt. Berufsbegleitende Maßnahmen finden im Haus Augenstein statt. Hier werden die Azubis nach einem Jahr von der IHK geprüft und ggf. von einem Betrieb übernommen, der dann die Ausbildungskosten für das 1. Ausbildungsjahr gespart hat.
So präsentiert sich der IB im Kreis Birkenfeld als mittelständiges Unternehmen mit 60 Mitarbeitern (30 in I-O) an 10 Standorten (6 in I-O). Sorgen bereitet Rusch allerdings die Entwicklung für den Sozialdienst. War eine Maßnahme im Jahr 1999 noch kostendeckend finanziert von der Arbeitsamtsdirektion Bad Kreuznach, so wird die gleiche Maßnahme heute zur Hälfte der Kosten von dem Regionalen Einkaufszentrum (REZ) Frankfurt ausgeschrieben. Qualifiziertes Personal ist jedoch für wenig Geld nicht vorhanden.
Abschließend dankte SPD-Stadtverbandsvorsitzender Jupp Mähringer im Namen der gesamten Gruppe für die informative Begegnung.
